Das Goldene Tor

Artikelnummer: 313

Eine Reise ins Schein-Heilige-Land

Kategorie: Originale




Beschreibung

Was ich als Maler mit meinen Bildern bewirken kann ist, eine im positivsten Sinne nötige Verschiebung der Perspektiven. Dafür muss selbstverständlich niemand seine eigene Position grundsätzlich aufgeben, was allerdings sehr wohl erforderlich ist, ist die Bereitschaft sich in die Rolle des anderen zu versetzen. Da dies im alltäglichen Zusammenleben und Bemühen um Lösungsansätze nicht immer möglich ist, begebe ich mich als Pinselartist® stellvertretend in die variierenden Positionen und nehme die entsprechenden Perspektiven ein. Nur die Distanz bzw. Bereitschaft zum Perspektivwechsel öffnet im wahrsten Sinne des Wortes die Augen. Im Endeffekt ist das konsequenter und offener Humanismus in gemalter Form

Künstler: Ralf Metzenmacher Biografie
Herstellungsjahr: 2011
Material: Öl auf Leinwand Bild Muster Mastertape
Gesamtmaße: 120 X 200 cm
Provenienz: Privatbesitz
Rahmen: Ein großes orientalisches Fenster gibt den Blick frei auf das bis heute verschlossene Tor, durch das der Erlöser erwartet wird. Doch nie ist er gekommen und hat den Menschen geholfen. Noch schlimmer sogar, neue Herrscher bauen sogar neue Mauern, mit modernsten Türmen und Wachanlagen. Nur der Oleanderbusch auf der rechten Seite gibt Hoffnung, das sich in Zukunft doch noch etwas ändern wird. Deshalb auch eine helle elfenbeinfarbene, beige Lackierung mit vergoldeter Kante als ?Mauerfenster-Idee?. Mit integriertem, goldfarbenen Ralli-Label.
Signatur: handsigniert (RALLI/Monat/Jahr)
Thema: Eine Reise ins Schein-Heilige-Land
Zusatzinformationen: Die Geschichte:
Bei meiner Recherche-Reise 2007 in den Nahen Osten war ich natürlich auch in Jerusalem und habe mich dort vor Ort umgeschaut. Das bunte Treiben in den engen Gassen, die famosen Auslagen der Händler und die Mischung der verschiedenen Kulturen und Menschen haben mich fasziniert. So bin ich auf der Via Dolorosa den Weg Jesu mit dem Kreuz zur Grabeskirche gegangen, habe mich in arabischen Cafés mit den Menschen unterhalten, so gut es ging, - und versucht das Wesen der Stadt zu erkennen.
In meiner alten Heimatstadt Aachen hängt im dortigen Dom der sogenannte "Barbarossa-Leuchter", der die heilige Stadt Jerusalem mit ihren damaligen Stadttoren zeigt. Der hatte mich schon immer beeindruckt und als kleiner Junge habe ich oft davon geträumt, mir diese Tore einmal selber anzuschauen. Nun war es also soweit, und ich bin dabei auf ein ganz besonderes Tor getroffen: Das goldene Tor. Die Geschichte dieses Tores hat mich sofort in ihren Bann gezogen und mir wurde bewusst, dass es eine inhaltliche Verbindung dieses zugemauerten bzw. versiegelten Tores zu unseren heutigen Wirklichkeit gibt. Im Grunde genommen ist der Zugang eines Tores ja nicht nur für die Menschen, die hinein wollen, verschlossen, sondern auch für die Menschen, die hinaus wollen! Diese Perspektive des sowohl Innen als auch Aussen haben mich bewegt, mein eigenes Bild dazu zu machen. Die moderne Mauer mit ihren Wachtürmen hat ja genau dieselbe Funktion, wie die unter Süleyman errichtete: sie verhindert die Kommunikation und den Austausch der Bevölkerung - und jeder der ausschliesst, schliesst sich selber ein.
Für die Anerkennung des Mitleidens aber ist genau dieser Austausch wichtig. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Das Gegenteil passiert hier an diesem Tor: Weil es kein Mitleid gibt, bleibt das Leid auf beiden Seiten gleich stark. Wenn Leid und Leid zusammenkommen, dann führt das zu einer Potenz des Leidens und zum Konflikt.
Die Zwischenstufe Mitleid ist aber möglich. Es geht ja um Landteilung. Die Teilung des Landes geht nur über die Teilung des Leides. Die Mauer ist das Symbol für das fehlende Mitleid. Das Gegenteil von geteiltem Leid ist in Konsequenz ein geteiltes Land. Das kann aber eigentlich nicht das Ziel sein. Die Kirchen im Nahen Osten reden dabei immer nur über ihr eigenes Leid und thematisieren nur ihre eigene Perspektive. Diese kann von der anderen Seite aber nicht so gesehen werden. Balance von Leid und Mitleid würde zu Empathie und vielleicht einmal zur Harmonie führen. Das wäre das erste Ziel der Entspannungspolitik, denn das Warten auf den Messias macht keinen Sinn - und die Menschen sollten versuchen, ihr Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

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